Öffentlichkeit

Tag elf meines Projektes bringt per Email die Nachricht, dass dieser Blog einen ersten Follower hat. Ein wichtiger Moment für mich – und ein ganz wichtiger Mensch: Denn dieser Follower macht für mich den Unterschied aus zwischen Schreiben im stillen Kämmerlein und Schreiben in der Öffentlichkeit. Schon spannend, wie das Bewusstsein von Öffentlichkeit den Prozess des Schreibens verändert. Plötzlich hat jedes Wort ein größeres Gewicht, und jeder Satz will noch besser überlegt sein: Der Anspruch an mich selbst wächst, ich prüfe meinen Text schon auf seine Relevanz und seine mögliche Wirkung, während ich noch schreibe. Das bringt eine gewisse Verunsicherung, erhöht aber gleichzeitig die Spannung, die Freude, den Einsatz. Denn jeder Text, egal ob kreativ, pragmatisch oder literarisch, beginnt ja erst wirklich zu existieren, wenn er den eigenen Kopf oder die dunkle Schublade verlässt und von Anderen gelesen oder gehört wird. Zu viele Texte erhalten nie diese Chance, zu viele Autoren bleiben stumm. Um so wichtiger finde ich es, das Schreiben in Gruppen zu fördern und Raum für kreativen Austausch und Entwicklung zu schaffen.

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