Auf dem Sprung

In letzter Zeit begegnen mir immer wieder Menschen, die beruflich schon viel geschrieben haben – und die privat ein Buchprojekt verfolgen, das mit dem Beruf wenig oder gar nichts zu tun hat. Kreative Menschen, die sich nach Austausch mit Gleichgesinnten sehnen, diesen aber in den üblichen Schreibkursen nicht finden, in denen es vor allem um stilistische und erzähltechnische Verbesserungen geht. Denn sie haben bereits ihren eigenen, ausgereiften Stil und ganz konkrete Ideen. Im anglo-amerikanischen Raum würde man sie „emerging writers“ nennen, also „Nachwuchsschriftsteller“ oder „Schriftsteller auf dem Sprung“: eine anerkannte Vorstufe zum „established writer“, der sich bereits etabliert hat. Entsprechend intensiv fällt die Förderung aus. In Deutschland aber, so scheint mir oft, ist man entweder „established“ – oder weitgehend unsichtbar. Die Erkenntnis, dass es naturgemäß Entwicklungsphasen geben muss und die Möglichkeit zum Wachstum, ist in unserer Kultur unterentwickelt, und Künstler spuken noch immer als Genies durch unsere Köpfe. Wie viel Talent bleibt dadurch unentdeckt, wie viele Projekte werden nicht realisiert? Wie schön wäre es doch, wenn es in Münster eine Gruppe von „emerging writers“ zusammenfinden könnte!!! Oder habe ich etwas verpasst, und es gibt hier doch schon so etwas?

Wenn ja, wäre ich für einen Hinweis dankbar.
Wenn nein, werde ich mal überlegen, wie das zu ändern ist.

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