Dublin City of Literature

Meine internationale Literaturstadt für den Monat März: Dublin, seit 2010 Mitglied des UNESCO „Creative City“-Netzwerks.

Dass die Iren gern und gut Geschichten erzählen, ist allgemein bekannt. Und weil das Geschichtenerzählen nun mal die Basis von Literatur ist, wundert es kaum, dass gleich vier Nobelpreisträger mit der Stadt Dublin in Verbindung gebracht werden: George Bernard Shaw, W.B. Yeats, Samuel Beckett und Seamus Heany. Dazu kommen viele weitere bekannte Schriftsteller, darunter James Joyce, Brendan Behan und Oscar Wilde, aber auch Colum McCann, Anne Enright und Maeve Binchy. Aber das ist längst nicht alles, was Dublin zum Thema Literatur zu bieten hat.

Weil Dublin die Hauptstadt der Republik Irland ist, sind hier u.a. die Nationalbibliothek und das Nationalarchiv angesiedelt – mit stadtgeschichtlichen Dokumenten, die bis ins Jahr 1171 zurückreichen. Außerdem befindet sich in Dublin die älteste Universität Irlands, das 1592 von Königin Elisabeth I gegründete Trinity College. Hier wird eins der „Nationalheiligtümer“ der Iren aufbewahrt, das „Book of Kells“, das etwa auf das Jahr 900 datiert wird. Ebenfalls am Trinity College angesiedelt ist die Oscar Wilde School of Creative Writing, wo seit 1997 ein einjähriger Masterstudiengang in kreativem Schreiben angeboten wird. Die irische Hauptstadt ist außerdem der zentrale Standort für irische Verlage und der Schauplatz für zahlreiche Literaturfestivals sowie für die Feierlichkeiten zum „Bloomsday“: Jedes Jahr dreht sich am 16. Juni alles um die Hauptfigur aus James Joyces „Ulysses“. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Theatern, allen voran das 1903 von Yeats mitbegründete Abbey Theatre, und ein Writers‘ Museum.

Eine beeindruckende Liste, die sich noch beliebig lange fortführen ließe. Aber ich möchte nur noch einen Aspekt nennen, den die Iren besonders zelebrieren und den ich bei den anderen Literaturstädten nicht in dieser Ausprägung finde: Es gibt starke Verbindungen der Dubliner Literaten zur traditionsreichen Pub-Szene. So verortet eine sehr interessante, feucht-fröhliche Stadtführung, der „Literary Pub Crawl“, die literarische Kultur der Stadt in ihren Kneipen. Na dann Prost!

Weitere Informationen: Auf der zentralen Seite der „Cities of Literature“ werden 10 zentrale Aspekte vorgestellt, die Dublin zu einer Literaturstadt machen: http://www.cityofliterature.com/ecol.aspx?sec=8&pid=724. Wer es ganz genau wissen will, bestelle sich das mehr als 200 Seiten starke Buch von Muriel Bolger, „Dublin: City of Literature“, u.a. mit einem detaillierten Autorenverzeichnis von A bis Z und vier Vorschlägen für literarische Spaziergänge.

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