Edinburgh City of Literature

Meine Literaturstadt für den Monat April liegt in Schottland: Edinburgh wurde im Oktober 2004 zur weltweit ersten UNESCO City of Literature ernannt. Diese Auszeichnung wird in der schottischen Hauptstadt einerseits als Anerkennung für die große literarische Tradition und die umfassende Lese- und Buchkultur gewertet, andererseits gilt sie als starker Ansporn, das kulturelle Profil der Stadt weiter auszubauen und sich mit den anderen „UNESCO-Kreativstädten“ zu vernetzen.

Was die Autoren betrifft, so hat Edinburgh viel zu bieten – heutzutage und immer schon. Wer die Stadt schon einmal besucht hat, kennt das große Denkmal für Sir Walter Scott, den Erfinder des historischen Romans – seinerzeit ein absoluter Bestseller-Autor. JM Barrie, der Schöpfer von Peter Pan, war genauso in Edinburgh zu Hause wie Robert Louis Stevenson, dem wir sowohl die Schatzinsel als auch Dr. Jekyll und Mr. Hyde verdanken. Hier wurde Sir Arthur Conan Doyle geboren, hier spielt Irvine Welshs Trainspotting. Zu den aktuell bekannte Namen gehören z.B. Alexander McCall Smith, Ian Rankin – und natürlich JK Rowling.

Wer Edinburgh als Literaturstadt kennen lernen  möchte, findet auf der Internetseite des Literary Trust, der eigens gegründeten Literaturstiftung, einen interaktiven Stadtplan (www.cityofliterature.com). Hier sind die Buchläden genau so verzeichnet wie die Wohnhäuser bekannter Autoren oder Highlights wie das Writers‘ Museum. Es werden auch literarische Stadtführungen angeboten sowie Walking Trails, also Vorschläge für Spaziergänge. Inzwischen gibt es auch mehrere gedruckte Literaturführer, z.B. Allan Fosters The Literary Traveller Edinburgh und The Edinburgh Literary Companion von Andrew Lownie. Für Literaturfreunde wird die Stadt aber am spannendsten durch die vielen Lesungen, Festivals und Aktionen.

Es gelingt den Schotten auch sehr gut, das Thema Literatur wirtschaftlich zu nutzen – speziell die Tourismus-Industrie profitiert auf vielfältige Weise. Das ist kein Zufall: Die örtlichen Geschäftsleute werden aktiv auf die vielfältigen Möglichkeiten hingewiesen, das Thema Literatur für sich zu erschließen. So erklärt z.B. eine eigens von der Tourism Action Group (ETAG) erstellte Broschüre, welche Aktivitäten stattfinden und wie man „Literaturtouristen“ als Kunden gewinnt und begeistert – von Veranstaltungshinweisen über literarische Stadtführungen bis hin zu konkreten Vorschlägen für „Kopfkissenbücher“. Diese Broschüre steht auf der Internetseite der Literaturstadt-Stiftung als Download zur Verfügung, http://www.cityofliterature.com/ecol.aspx?sec=3&pid=819.

Als weltweit erste Literaturstadt engagiert sich Edinburgh auch sehr stark für das gesamte Netzwerk der kreativen Städte:  Bei Ali Bowden (Director, City of Literature Trust) laufen die organisatorischen Fäden zusammen, und auf der Internetseite werden Informationen zu allen Literaturstädten gesammelt und präsentiert  (http://www.cityofliterature.com/ecol.aspx?sec=8&pid=38).

Aber eigentlich, eigentlich… braucht man all diese Infos gar nicht, um sich in die Hauptstadt der Schotten zu verlieben. Ich empfehle: Hinfahren und genießen! Die Leute, die Landschaft, die Kultur – einfach großartig. Für mich wird’s auch mal wieder höchste Zeit – zuletzt war ich im Jahr 2000 „jenseit des Tweed“ (um mit Theodor Fontane zu sprechen), und das ist wirklich viel zu lange her…

 

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